Trauerbegleitung

Die Begleitung der Angehörigen geht, wenn das Bedürfnis dazu besteht, über den Tod des Kranken hinaus. Nach der oft monatelangen, intensiven Betreuung des Kranken gilt es nun, mit Verlust und Trauer fertig zu werden. Die Trauerbegleiterinnen der Hospizbewegung werden dann vielleicht zum vertrauten Gesprächspartner, der helfen kann, den Tod des geliebten Menschen zu verarbeiten.

Wegbegleitung in der Trauer

 

Du,

ich kann deinen Schmerz nicht wegnehmen,

dir die Last der Vergangenheit nicht nehmen,

dich der ungewissen Zukunft nicht entreißen.

 

Ich kann deine Ängste nicht tragen,

dich von deiner Einsamkeit nicht befreien,

dich von Schuldgefühlen und Schuld nicht erlösen.

 

Ich kann die Trauer aus deinem Lebenshaus nicht hinauskehren,

dir keine Hoffnung hineintragen, die du nicht selber hast....

 

Du,

ich reiche dir meine Hand,

wenn du magst,

gehe mit dir deinen Weg

 

auch an Abgründen entlang

durchs Dunkel hindurch,

damit Angst und Schmerz,

Einsamkeit und Not,

dich nicht überwältigen.

 

Ich gebe dir meine Achtung

und meine Achtsamkeit

und das Versprechen,

dass alles sein darf,

was in dir ist.

 

Ich zünde ein Licht für dich an,

wo ich an Grenzen komme.

Ich suche dir weiterzuhelfen,

wenn du andere Hilfe benötigst.

 

Es ist dein Weg.

Ich mag dir Weggefährte sein.

Ida Lamp

Trauercafe

Das Trauercafé bietet bei Kaffee, Tee und einem Stück Kuchen Raum für Begegnung, um mit Menschen in ähnlicher Situation zusammenzukommen und um Gespräche zu führen. Es dürfen Gefühle zugelassen werden. Ziel ist es, sich gegenseitig zu stützen und Hoffnung zu geben.

Tod durch Suizid

Suizid ist eine Todesart, die für die Hinterbliebenen besondere Erschwernisse in der Trauer mit sich bringt. Wenn sich ein nahe stehender Mensch das Leben nimmt, erschüttert das die Lebenseinstellung der Zurückbleibenden zutiefst. Alles, was bisher gut und richtig erschien, wird plötzlich infrage gestellt.

 

Selbst Betroffene der Hospizbewegung bieten ein offenes Gesprächsangebot für Trauernde nach Suizid an. Im Kontakt mit anderen Betroffenen dürfen Hinterbliebene erfahren, dass sie mit ihrer Trauer, ihrer Ohnmacht, ihrer Wut, ihrer Verzweiflung und Scham nicht allein sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Todesfall einige Tage oder Wochen oder schon Jahre zurückliegt. Dieses Gesprächsangebot kann kein Ersatz für ärztliche oder psychologische Therapien sein.